Eigenheim als Effizienhaus bauen

Effizienzhaus bauenGerade in Zeiten des Klimawandels werden ökologische Lösungen beim Hausbau immer wichtiger. Hierbei spielen Effizienzhäuser eine wichtige Rolle. Denn sie sind nicht nur äußerst umweltfreundlich, sondern sparen auf lange Sicht gesehen auch einen Großteil der bisherigen Energiekosten ein. Wer sein Eigenheim als Effizienzhaus errichtet, wird von der KFW - Bank mit zinsgünstigen Darlehen und ggf. einem Tilgungszuschuss unterstützt.

Was ist ein KFW-Effizienzhaus?

Damit Ihr Eigenheim als sogenanntes Effizienzhaus eingestuft wird, muss es mehrere Kriterien erfüllen. Diese Entscheidungskriterien wurden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW), dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie der Deutschen Energieagentur GmbH in Zusammenarbeit festgelegt. Hierbei spielt beispielsweise der Bedarf an Primärenergie pro Jahr eine entscheidende Rolle. Unter diesem Begriff versteht man die Energie, welche zum Heizen, Lüften, Kühlen sowie zur Aufbereitung von Warmwasser benötigt wird.

Ein KFW-Effizienzhaus muss bei seiner gesamten Energiebilanz mindestens 30 Prozent weniger verbrauchen als ein vergleichbares Haus, welches gemäß den Vorschriften der Energieeinspar- Verordnung (EneV) erbaut wurde. Nur dann ist eine Qualifizierung für das Förderprogramm "Energieeffizient bauen" möglich.

KFW-Effizienzhaus- was bedeuten die Bezeichnungen "KFW 70, 55 und 40"?

Diese Bezeichnungen stehen für das Energieniveau in einem KFW-Effizienzhaus. Wie hoch bzw. niedrig dieses ausfällt, kann man anhand dieser einfachen Kategorisierung bereits auf einen Blick erkennen. Beispielsweise benötigt ein "KFW-Effizienzhaus 70" im Jahr höchstens 70 Prozent des Bedarfs an Primärenergie, verglichen mit einem entsprechenden Referenzgebäude. Dies entspricht einem Verbrauch von nicht mehr als 60 kWh je Quadratmeter. KFW- Effizienzhäuser mit den Werten "55" und "40" weisen einen entsprechend niedrigeren Primärenergiebedarf auf. Auch das Energieniveau fällt günstiger aus. So beträgt der jährliche Bedarf an Primärenergie der KFW- Effizienzhäuser 55 nicht mehr als 40 kWh je Quadratmeter. Der jährliche Heizwärmebedarf darf hierbei bei höchstens 15 kWh je Quadratmeter liegen. Bei einem KFW-Effizienzhaus 40 hingegen darf der Wert an jährlichem Primärenergiebedarf 30 kWh je Quadratmeter nicht überschreiten. Die Einhaltung sämtlicher Richtlinien muss durch ein Gutachten eines Sachverständigen belegt werden.

Wie hoch fällt die Förderung der KFW für ein Effizienzhaus aus?

Bauprojekte, welche sämtlichen oben aufgeführten Standards erfüllen, werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mithilfe von zinsgünstigen Darlehen unterstützt. Momentan gibt es von der KFW einen Zinssatz in Höhe von 2,07 Prozent jährlich. Hierbei kann man bereits mit einem Betrag von höchstens 50.000 Euro je Wohneinheit bis zu 100 Prozent eine Finanzierung seiner Investitionskosten erreichen.

Um einen Kredit für Effizienzhäuser erfolgreich beantragen zu können, müssen jedoch die banküblichen Sicherheiten mitgebracht werden. Die jeweiligen Konditionen hinsichtlich der Besicherung müssen individuell mit der Hausbank ausgehandelt werden.

Die Tilgungsdauer eines KFW- Kredits liegt hierbei zwischen vier und 30 Jahren. Der Kreditzins für die ersten zehn Jahre wird dabei fest vereinbart. Übrigens: wer sich dafür entscheidet, sein Eigenheim in den besonders energieeffizienten Ausführungen KFW 40 oder KFW 55 zu bauen, kann zusätzlich von einem Tilgungszuschuss profitieren. Dieser kann, je nach Energiewert, fünf bzw. zehn Prozent betragen.

Wichtig für eine erfolgreiche Förderung ist jedoch, den Antrag unbedingt rechtzeitig zu stellen! Dieser muss unbedingt VOR Baubeginn über die jeweilige Hausbank gestellt werden. Anträge, welche nachträglich erfolgen, werden grundsätzlich abgelehnt. Zudem umfasst die Förderung keine Ferien- sowie Wochenendhäuser.

Wie hoch fallen die Kosten für ein Effizienzhaus aus?

Eigenheim energieeffizient bauenGrundsätzlich gilt: Möchte man in seinem Massivhaus langfristig Energie einsparen, fallen die Investitionskosten während der Bauphase erst einmal höher aus. Der Grund dafür liegt darin, dass moderne Architektur mit bestmöglicher Gebäudetechnik sowie optimaler Dämmung kombiniert werden müssen. Nur so wird das neue Eigenheim auf einen geringeren Energie- Bedarf kommen, welcher die Kriterien der EnEV erfüllt. Des weiteren müssen bei dem Bau von Effizienzhäusern weitere Maßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Isolierung ergriffen werden. Denn nur so kann verhindert werden, dass Wärme durch Fensterritzen, schlecht isolierte Dachböden oder Türen verschwindet. Ein Effizienzhaus verfügt daher über dreifach isolierverglaste Fenster und Türen. Des weiteren weist das energieeffiziente Eigenheim eine besondere Dämmung an Wänden, Kellerdecken, Dachschrägen, Böden und Fensterrahmen auf. Zusätzlich entziehen sogenannte Wärmetauscher der Abluft Wärme, diese wird anschließend von draußen an die frische Luft weitergegeben. Darüber hinaus können für die Effizienzhäuser, je nach Standort, Maßnahmen wie Erdwärmeheizung und Solaranlagen sinnvoll sein. Wie hoch die zusätzlichen Kosten für das Effizienzhaus sind, ist immer von dem jeweiligen Gebäude, der Größe und Ausstattung sowie der Höhe an Energiebedarf abhängig.