Nachhaltiges Bauen aus Verantwortung für die nachfolgenden Generationen

Eigenheim nachhaltig bauenDie Problematik für nachhaltiges Bauen steht schon lange im Blickpunkt von Forschung und Bauentwicklung. Grundprinzip hierfür ist neben der Nachhaltigkeit der verwendeten Baustoffe auch die Gleichberechtigung von umweltrelevanten Aspekten, sozialen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gesichtspunkten. Ziel hierbei ist es für nachfolgende Generationen ein intaktes Umweltgefüge zu schaffen und zu hinterlassen.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Bauwesen

Für eine umweltgerechte, effiziente und nachhaltige Bauwirtschaft ist eine umfassende Bedarfsermittlung notwendig. Diese dient nicht nur für die Ermittlung von notwendigem Wohnraum- und Büroraumangebot sondern auch für die infrastrukturelle Gestaltung unserer Umwelt. Nachhaltig Bauen heißt somit nicht nur den Eingriff in Natur und Umwelt so gering wie möglich zu halten und die Infrastrukturerschließung umweltgerecht und effektiv zu planen, sondern auch Baustoffe und Wohnraumnutzung unter dem Aspekt der Wiederverwendung, Anpassung und Energieeffizienz zu betrachten. Damit wird für nachhaltiges Bauen die ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Betrachtung der gesamten Lebensdauer eines Gebäudes einbezogen. Sowohl die Rohstoffgewinnung als auch die Errichtung oder der Rückbau des Gebäudes stehen im Blickpunkt für die Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Gebäudes.

Nachhaltig Bauen unter dem Blickpunkt Lebens- und Nutzungsdauer

Gebäude- und Gebäudeteile haben je nach Verwendung der Baustoffe unterschiedliche Lebens- und Nutzungsdauern. Das nachhaltige Bauen hierbei besteht in der Betrachtung der einzelnen "Lebenszyklen" von Baustoffen und Bauprodukten. Wie umweltverträglich sind diese bei einer hohen Gebäudequalität? Hierbei sind für eine Beurteilung des nachhaltigen Bauens acht Einzelphasen ausschlaggebend: Rohstoffgewinnung, Produktherstellung, Errichtung, Nutzung, Instandhaltung, Modernisierung, Rückbau und Recyclingfähigkeit. Natürliche Baustoffe mit einer hohen Qualität, langen Nutzungsdauer, geringem oder keinem Schadstoffanteil sowie guter Wiederverwendung sind hier von besonderer Bedeutung. Ist dabei die Rohstoffgewinnung und die Herstellung dieser Bauprodukte mit umweltschonender Technologie möglich, ist eine Nachhaltigkeit für die Gebäudeerrichtung und Nutzung gut gegeben. Auch in der Gestaltung von Wohn- oder Bürogrundrissen kann man durch flexible Planungsmöglichkeiten Einfluss auf die Nutzungsdauer nehmen, denn jedes Gebäude, welches sich auf einfache und effektive Art an unterschiedliche Lebenssituationen und Nutzungssituationen anpassen lässt, kann eine längere Nutzungszeit erzielen und ist nicht so schnell dem Abriss preisgegeben. Für die Beurteilung von Baustoffen und Bauwerksteilen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit wurde ein Bewertungssystem entwickelt aus dem der interessierte Bauherr Nutzungsdauern ablesen kann. Arbeitshilfen und Leitfäden für nachhaltiges Bauen lassen sich über das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beziehen.

Eigenheim unter ökologischem, ökonomischen und sozialem Aspekt planen und bauen

Gerade für den Bereich Wohnen ist heute Nachhaltigkeit und ökologisches Bauen wichtiger denn je. Nicht nur die Gebäudenutzungsdauer und die flexible Anpassung spielen eine wichtige Rolle. Auch für den Bereich Wohnen ist Energieeffizienz und Nutzung aller Ressourcen immer interessanter und notwendiger. Die Errichtung energieeffizienter Häuser bis hin zum Passivhaus wird nicht nur durch die KfW-Kredite gefördert. Die Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein wichtiger Schritt um Nachhaltigkeit auf ökologischer Ebene zu erreichen. Aber auch die Technologieentwicklungen auf dem Bausektor leisten einen aktiven Beitrag zum Thema nachhaltig Bauen. Hier gibt es heute bereits sehr gute und ausgereifte Möglichkeiten um Wasserressourcen effektiv zu nutzen, dies nicht nur über die Regenwassernutzung sondern auch mit unterschiedlichen Wassersystemen. Auch Wärmerückgewinnung, Senkung von Wasser-, Heiz- und Energiekosten durch optimale Nutzung sowie flächensparendes Bauen sind wichtige Punkte für das Bauen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit Der Hausbau sollte dabei nicht nur auf die Lebensdauer, die bei Wohngebäuden mit 50 bis 100 Jahre angesetzt ist, betrachtet werden, sondern auch unter dem Aspekt die Transportwege und den Betriebsmitteleinsatz für Baustoffe und Bauprodukte zu optimieren. Die Prüfung von wieder verwertbaren Baumaterialien sollte dabei nicht aus dem Auge gelassen werden sowie deren Recyclingfähigkeit.

Das Massivhaus als gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen beim Hausbau

Eigenheim nachhaltig bauen als MassivhausGerade im Massivbau lassen sich viele Aspekte für nachhaltig Bauen gut vereinen. Die so genannten schweren Baustoffe bieten nicht nur natürlich gewonnene Baustoffe wie Ziegel, sondern erfüllen wesentliche Kriterien im Hinblick auf effektiven Wärme- und Schallschutz. Weiterhin ist ein Massivhaus durch ein sehr angenehmes Raumklima, Langlebigkeit und Stabilität geprägt. Neben den massiven tragenden Wänden des Massivhauses lassen sich Trockenbauwände als Raumtrennwände sehr gut einsetzen und bieten damit auch eine hohe Flexibilität in der Nutzungsgestaltung und bei der Umgestaltung von einem Massivhaus. Hochwertige Installationen für Heizung, Sanitär und Lüftung lassen eine hohe Energieeffizienz zu und führen zu einer geringeren Umweltbelastung.
Der Massivbau spielt heute nach wie vor eine wichtige Rolle für die Bauproduktion und auch für den Bauherren. Massivhäuser bieten heute, egal ob als Architektenhaus geplant oder als schlüsselfertiges Massivhaus errichtet, alle Möglichkeiten um Bauherrenwünsche wahr werden zu lassen. Um dabei das nachhaltige Bauen beim Hausbau nicht aus dem Blick zu verlieren, ist eine gute und fachübergreifende Zusammenarbeit von Baubehörden, Planer, ausführenden Firmen und Raumausstattern notwendig. Der Massivbau bietet dem Bauherren neben einer hohen Langlebigkeit der Gebäudehülle auch einen geringeren "Pflegeaufwand" der tragenden Wände, hohe Energieeffizienz und damit geringere Unterhaltskosten. Um aber eine endgültige Entscheidung zwischen einem Massivbau oder einem Leichtbauhaus zu treffen, sollte sich jeder Bauwillige umfassend informieren und beraten lassen. Bei der Verwendung der Ausbauprodukte wie Tapeten, Farben, Fußböden und weiteren Ausbaumaterialien sollte für Umweltverträglichkeit und Rückbaufähigkeit auf natürliche, lösemittelfreie Materialien gesetzt werden. Damit ist auch ein gesundes, allergiefreies Wohnen möglich sowie eine geringe Umweltbelastung.